Mediation

Vor Gericht streiten kostet oftmals viel Zeit und Geld. Am Ende eines langen Rechtsstreits hält man dann zumeist ein Urteil in den Händen, hat den Prozess vielleicht sogar gewonnen und ist trotzdem mit dem Ergebnis unzufrieden. Woran liegt das?

Der Rechtsstreit wird von einem Richter aufgrund der im Prozess vorgetragenen Tatsachen entschieden. Dieser Richter kennt weder Sie noch Ihren Gegner, die persönlichen Umstände oder die Geschichte, wie der Streit eigentlich entstanden ist. Ein fremder entscheidet über Ihren persönlichen Konflikt.

Oftmals bauen sich Konflikte über Jahre auf und selbst die beteiligten Parteien wissen gar nicht mehr so genau, wie alles eigentlich angefangen hat. Das, was dann vor Gericht verhandelt wird, ist nur ein kleiner Teilbereich dessen, was tatsächlich den Konflikt ausmacht – die Ursache ist es selten.

Deshalb ist auch der Konflikt zwischen den Parteien selten durch ein Urteil aus der Welt zu räumen.

Seit einigen Jahren gewinnt eine Alternative an Bedeutung: Mediation.

Viele werden jetzt an esoterische Stressbewältigung denken (Meditation) aber Mediation hat nichts mit Räucherstäbchen und im Schneidersitz sitzen zu tun.

Es handelt sich vielmehr um eine Methode zur Klärung und Erledigung von Streitfragen. Die Mediation ist ein außergerichtliches nicht öffentliches Verfahren konstruktiver Konfliktregelung bei dem die Parteien mit Unterstützung eines Dritten, des Mediators, einvernehmliche Regelungen suchen, die ihren Bedürfnissen und Interessen dienen. Ziel der Mediation ist eine verbindliche, in die Zukunft gerichtete Vereinbarung. Das Mediationsverfahren basiert u.a. auf den Erkenntnissen der interdisziplinären Konflikt- und Kommunikationswissenschaft, der humanistischen Beratungsmethodik und dem sogenannten Harvard- Konzept für erfolgreiches Verhandeln.

Die Leitung und Moderation der Verhandlungen wird von einem Mediator übernommen. Dieser ist unabhängig und unparteiisch. Er unterstützt die Parteien dabei, die streitigen Themen zu identifizieren und Lösungsmodelle zu erarbeiten, er gewährleistet, dass sich beide Parteien an die Gesprächsregeln halten, die sie gemeinsam zu Anfang des Verfahrens festgelegt haben. Dabei entscheidet er aber nicht, gibt keine Lösungen vor, das übernehmen allein die Parteien. Der Mediator begleitet Sie nur auf dem Weg zu einer Lösung des Problems. Er bietet in diesem Verfahren auch keine Rechtsberatung, denn häufig ist es so, dass die Lösung, die von den Parteien erarbeitet wird, juristisch gar nicht möglich wäre.

Der große Vorteil liegt auf der Hand: die Parteien entscheiden selbst!

Die getroffene Vereinbarung wird – weil ja selbst verhandelt wurde – auch sehr ernst genommen und eingehalten.

In welchen Fällen kann Mediation angewendet werden? Oft sind gerade Konflikte im familiären Bereich, am Arbeitsplatz, in Mietverhältnissen oder in nachbarschaftlichen Streitigkeiten lange gewachsen und irgendwann eskaliert. Da wo es auch um persönliche Beziehungen geht und der Gang vor das Gericht deshalb schwerfällt, ist Mediation oft eine Möglichkeit, den Streit eigenverantwortlich – mit Hilfe eines Mediators – zu klären.

 

 

 

 

Aktualisiert (Dienstag, den 27. September 2011 um 10:34 Uhr)